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Tag Archive for ‘[lang_en]Frankfurt[/lang_en][lang_de]Frankfurt[/lang_de][lang_fr]Francfort[/lang_fr][lang_es]Fráncfort[/lang_es]’

Historische Perspektiven: Friedrich Valentin Hermann

Friedrich Valentin Hermann, ausgezeich­neter deutscher Violinvirtuose, Componist und Lehrer seines Instruments, geboren 1828 zu Frankfurt a.M., erhielt den ersten Musik­unter­richt von Bernh. Mohr und besuchte dann von 1843 bis 1846 das Con­serva­torium in Leipzig, wo er besonders bei Ferdinand David, Mendels­sohn und Hauptmann die höheren Studien der Ton­kunst betrieb. Sofort nach Beendi­gung des drei­jähri­gen Cursus an der Anstalt wurde er am 1. November 1846 als erster Bratschist im Leipziger Gewand­haus- und Theater­orches­ter angestellt und bekleidet diese Stelle, sowie die­jenige eines Violin­lehrers am Con­serva­torium noch gegen­wärtig, letztere mit besonders glück­lichem Erfolge. Als styl­voller, geschickter Componist hat er sich höchst vor­teil­haft bekannt gemacht durch eine 1852 im Leipziger Gewand­hause mit großem Beifall auf­geführ­te Sinfonie, durch Capriccios für drei Violinen, Etuden für Violine, ein Duo für Violine und Violon­cello, ein Streich­quartett und Anderes, welches auch im Druck erschienen ist. Außer­dem hat er die Or­ches­ter­beglei­tung der Viotti’schen und Kreutzer’schen Violin­konzerte für Piano­forte arrangirt und zahl­reich treffliche Bear­bei­tungen von Werken classischer Meister, worunter auch Über­tragun­gen der Sinfonien von Beethoven, Mendels­sohn und Schumann, geliefert. Als Bratschist gehört H. entschieden zu den aller­ersten Virtuosen der Gegen­wart, und als Quartett­spieler leistet er dem Musik­leben in Leipzig un­schätz­bare Dienste.

—Quelle: Musikalisches Conversations-Lexikon, Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften Für Gebildete aller Stände, bearbeitet und herausgegeben von Hermann Mendel. Berlin (1875)

Historische Perspektiven: Heinrich Anton Hoffmann

Heinrich Anton Hoffmann, deutscher Violin­virtuose und Dirigent, geboren am 24. Juni 1770 zu Mainz, studirte auf der Uni­versi­tät daselbst die Rechte und Philosophie. Beim Aus­bruch des Revo­lutions­kriegs starb sein Vater, und er sah sich in schwerer Zeit auf die eigene Erwerbs­thätig­keit ange­wiesen. Er wählte, da er fertiger Violinist war, die Musik als Lebens­beruf, wurde kurfürstl. Kammer­musiker und blieb es bis zur Bela­gerung von Mainz, die ihn zur Aus­wan­derung trieb, worauf er nach Aschaf­fenburg ging und von dort aus 1799 eine Violi­nisten­stelle am Stadt­theater in Frankfurt a. M. annahm. Im Jahre 1801 wurde er daselbst Cor­repetitor, später Concert­meister, 1817 Vice-­Musik­direktor und 1819 wirk­licher Musik­direktor und Mit­direktor des Theaters. Als Guhr 1821 zum Kapell­meister berufen wurde, blieb H. Vice-­Musik­direktor und erster Violinist. Er liess sich 1835 pensioniren und lebte bis zu seinem Ende, am 19. Januar 1842, der Com­position. Im Druck erschienen von seinen Werken sechs Streich­quartette, zwei Violin­concerte, ein Concertante für zwei Violinen, 12 Lieder mit Clavier­begleitung und Duette für Violine und Violon­cello, die sämmtlich ein her­vor­ragendes Talent verrathen.

—Quelle: Musikalisches Conversations-Lexikon, Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften Für Gebildete aller Stände, bearbeitet und herausgegeben von Hermann Mendel. Berlin (1875)

Hörbeispiel — Heinrich Anton Hoffmann

Allegro con brio aus Deux Duos pour Violon et Violoncelle
dédiés à Messieurs les Frères Romberg op. 6

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Historische Perspektiven: Ernst Toch

Toch, Ernst, österreichischer Kom­ponist, geboren am 7. Dezember 1887 zu Wien, studierte Medizin und Philo­sophie und bildete sich in der Musik durchaus auto­didak­tisch, errang aber 1909 das Mozart-­Stipendium; 1910 das Mendelssohn-­Stipendium und viermal nach­einander den öster­reichi­schen Staats­preis für Kom­position. Seit 1909 lebte Toch in Frank­furt am Main und bildete sich unter Willi Rehberg zum Pianisten. 1913 ging er nach Mann­heim als Lehrer an die von Karl Zu­schneid geleitete Hoch­schule für Musik, an die er nach dem Kriege zurück­kehrte, aber sie bald wieder verließ. Er lebt seitdem als privater Lehrer der Kom­position in Mannheim. 1921 pro­movierte er zum Dr. philosophicus mit Bei­trägen zur Stil­kunde der Melodie (mit dem Titel Melodielehre, Berlin 1923, Hesse). Als Komponist ist er einer der beweg­lichsten und erfin­dungs­reichsten Bega­bungen der “Neuen Musik”, voll musikan­tischer Frische und Tem­perament, ohne negativ paro­disti­sche Ader und ist aus einer anfäng­lichen Stimmungs- und Geschmacks­kunst zu immer freierer und sicherer Aus­drucks­musik gelangt.

—Quelle: Das Neue Musiklexikon, nach dem Dictionary of Modern Music and Musicians, herausgegeben von A. Eaglefield-Hull, übersetzt und bearbeitet von Alfred Einstein. Max Hesse’s Verlag, Berlin W 15. (1926)

Hörbeispiel — Ernst Toch

Divertimento für Violine und Violoncello Op. 37, 1: Flott

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