Tag-Archiv für 'Den Haag'

Historische Perspektiven: Christian Ernst Graaf

Christian Ernst Graaf, geboren 1823 zu Rudol­stadt, war der Schüler und auch der Nach­folger seines Vaters im Kapell­meisteramte. Im Jahr 1762 erhielt er jedoch einen Ruf als königl. Kapell­meister nach dem Haag. Dort soll er 1802 gestorben sein, nach­dem er kurz zuvor noch eines seiner Oratorien in der lutheri­schen Kirche daselbst auf­geführt hatte. Er war ein ebenso tüchtiger Violinist als fleissiger Componist. Nament­lich in Holland sind zahl­reiche Sinfonien, Ouvertüren und andere Or­chester­werke, ferner Clavier- und Violin­sonaten, Variationen, Duos für ver­schiede­ne Instru­mente, Gesänge, Lieder u.s.w. Im Druck erschienen, mehr noch sind unveröf­fent­licht geblieben. Endlich gab er holländisch ein Lehr­buch heraus, betitelt: „Prüfung der Natur der Harmonie im General­basse, nebst Unter­richt über eine kurze und regel­mäs­sige Bezif­ferung. Mit sechs Kupfer­tafeln” (Haag).

—Quelle: Musikalisches Conversations-Lexikon, Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften Für Gebildete aller Stände, bearbeitet und herausgegeben von Hermann Mendel. Berlin (1875)

Christian Ernst Graaf (1723-1804)

Christian Ernst Graaf wurde in Rudolstadt geboren. Graaf wurde von seinem Vater Johann Graf ausgebildet, dem er 1745 im Amt des Hofkapellmeisters in Rudolstadt nachfolgte. Seit 1762 war er Kapellmeister in Den Haag, von 1759 bis 1790 Hofkapellmeister von Anna von Hannover und Willem V.

Neben Violinsonaten, Triosonaten und Streichquartetten komponierte Graaf Quintette für Flöte und Streichquartett und Fabeln für Singstimme und Klavier — 25 Fables dans le goût de la Fontaine, pour le Chant et le Clavecin. 1782 erschien Graaf’s Proeve over de Natuur der Harmonie. Graaf’s Lied “Laat ons juichen batavieren” diente Mozart als Vorlage für seine Variationen KV 24. Das “Duetto à Violino e Violoncello” wurde wahrscheinlich nie veröffentlicht und liegt als Kopie der Handschrift vor.