Tags: Bohuslav Martinů, Carl Stamitz, Francesco Bonporti, Franz Hoffmeister, Giovanni Benedetto Platti, Heinrich Hoffmann, Ignaz Pleyel, Joseph Reicha, Leopold Jansa, Maurice Ravel, Zoltán Kodály.
Die frühesten Duette für Violine und Violoncello wurden in der Barockzeit von Giovanni Platti (1697-1763) und Francesco Bonporti (1672-1749) geschrieben. In der experimentierfreudigen Zeit der Frühklassik entstanden viele Streichduette; die bekanntesten stammen von Carl Stamitz (1745-1801), Joseph Reicha (1752-1795), Franz Anton Hoffmeister (1754-1812) und Ignaz Pleyel (1757-1831).
Eine Blütezeit erlebte die Besetzung mit dem Entstehen des bürgerlichen Konzertwesens. Komponisten wie Anton Kraft (1749-1820) und Heinrich Anton Hoffmann (1770-1842) schrieben höchst anspruchsvolle und virtuose Duo-Kompositionen, die man heutzutage mit Schatzgräbereifer in Bibliotheken und Nachlässen wieder aufspürt.
Mit der Entwicklung der großen symphonischen Form und der Etablierung des Streichquartetts als Kammermusikformation “par excellence” blieb für die intime Streichduo-Besetzung wenig Raum und sie verschwand langsam aus dem Bewußtsein von Komponisten und Publikum. Dennoch entstanden großartige Werke im Verlauf des neunzehnten Jahrhunderts, deren Wiederentdeckung und Aufführung ein besonderes Anliegen des Jansa Duos ist. Erst in den 1920er Jahren löste das schon 1914 entstandene bahnbrechende Duo des ungarischen Komponisten Zoltán Kodály (1882-1967) eine wahre Streichduo-Renaissance aus. Bedeutende Komponisten wie Maurice Ravel (1875-1937) und Bohuslav Martinů (1890-1959) begeisterten sich für die Herausforderung, mit den Eckpfeilern der klassischen Streichquartettbesetzung konzertante Werke zu schaffen.
Heinrich Anton Hoffmann, deutscher Violinvirtuose und Dirigent, geboren am 24. Juni 1770 zu Mainz, studirte auf der Universität daselbst die Rechte und Philosophie. Beim Ausbruch des Revolutionskriegs starb sein Vater, und er sah sich in schwerer Zeit auf die eigene Erwerbsthätigkeit angewiesen. Er wählte, da er fertiger Violinist war, die Musik als Lebensberuf, wurde kurfürstl. Kammermusiker und blieb es bis zur Belagerung von Mainz, die ihn zur Auswanderung trieb, worauf er nach Aschaffenburg ging und von dort aus 1799 eine Violinistenstelle am Stadttheater in Frankfurt a. M. annahm. Im Jahre 1801 wurde er daselbst Correpetitor, später Concertmeister, 1817 Vice-Musikdirektor und 1819 wirklicher Musikdirektor und Mitdirektor des Theaters. Als Guhr 1821 zum Kapellmeister berufen wurde, blieb H. Vice-Musikdirektor und erster Violinist. Er liess sich 1835 pensioniren und lebte bis zu seinem Ende, am 19. Januar 1842, der Composition. Im Druck erschienen von seinen Werken sechs Streichquartette, zwei Violinconcerte, ein Concertante für zwei Violinen, 12 Lieder mit Clavierbegleitung und Duette für Violine und Violoncello, die sämmtlich ein hervorragendes Talent verrathen.
—Quelle: Musikalisches Conversations-Lexikon, Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften Für Gebildete aller Stände, bearbeitet und herausgegeben von Hermann Mendel. Berlin (1875)
Hörbeispiel — Heinrich Anton Hoffmann
Allegro con brio aus Deux Duos pour Violon et Violoncelle
dédiés à Messieurs les Frères Romberg op. 6
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