Historische Perspektiven: Andreas Romberg

Dr. Andreas Romberg, geboren den 27. April 1767 zu Vechta bei Münster (Westphalen), aus­gezeich­neter Violin­virtuos und Componist, das bedeu­tendste Glied einer treff­lichen Künstler­familie; war schon mit 7 Jahren ein ausge­zeichneter Violinist, unternahm im 13. Lebens­jahre mit seinem Vater und Vetter, dem Cellisten Bernhard R. unter großem Bei­falle Concert­reisen durch Holland und Frankreich, concertirte dann 1784 mit höchstem Erfolge auch in Paris, sodaß er auf mehrere Jahre für die Concerts Spirituels engagirt wurde. 1790 trat R. mit seinem Vetter in die Dienste des Chur­fürsten von Cöln; beide ver­ließen diese Stellung infolge der krie­gerischen Ereig­nisse jedoch bald wieder, unter­nahmen dann von neuem Concert­reisen durch Italien, Tirol, nach Wien, wo Andreas sein 1. Quartett vor Haydn zu Gehör brachte.

Von Wien aus begab er sich 1797 allein nach Hamburg, 1800 nach Paris, wo er gemein­schaf­tlich mit Bernhard wieder concer­tirte, kehrte jedoch wieder nach Hamburg zurück, wo er bis 1815 lebte und dann einem Rufe als Hof­kapell­meister nach Gotha folgte. Hier wirkte R., auch als Componist sehr fruchtbar, bis an sein Ende. Er starb den 10. Novbr. 1821 zu Gotha. R.’s Com­posi­tionen, von denen mehrere sehr weite Ver­breitung und große Beliebt­heit gefunden haben, bestehen aus zahl­reichen Violin­concerten, Quar­tetten, Quin­tetten, Sonaten, Rondos, Capriccios, mehr­stimmigen Gesangs­stücken mit Or­chester­beglei­tung, Kantaten, Psalmen, Kirchen­werken, Sym­phonien, Opern u.v.M.

—Quelle: Handlexikon der Musik, eine Encyklo­pädie der gan­zen Ton­kunst, heraus­gegeben von Friedrich Bremer, Leipzig, o.A.d.J.

0 Kommentare zu “Historische Perspektiven: Andreas Romberg”


Kommentare sind zur Zeit deaktiviert.