Heinrich Anton Hoffmann, deutscher Violinvirtuose und Dirigent, geboren am 24. Juni 1770 zu Mainz, studirte auf der Universität daselbst die Rechte und Philosophie. Beim Ausbruch des Revolutionskriegs starb sein Vater, und er sah sich in schwerer Zeit auf die eigene Erwerbsthätigkeit angewiesen. Er wählte, da er fertiger Violinist war, die Musik als Lebensberuf, wurde kurfürstl. Kammermusiker und blieb es bis zur Belagerung von Mainz, die ihn zur Auswanderung trieb, worauf er nach Aschaffenburg ging und von dort aus 1799 eine Violinistenstelle am Stadttheater in Frankfurt a. M. annahm. Im Jahre 1801 wurde er daselbst Correpetitor, später Concertmeister, 1817 Vice-Musikdirektor und 1819 wirklicher Musikdirektor und Mitdirektor des Theaters. Als Guhr 1821 zum Kapellmeister berufen wurde, blieb H. Vice-Musikdirektor und erster Violinist. Er liess sich 1835 pensioniren und lebte bis zu seinem Ende, am 19. Januar 1842, der Composition. Im Druck erschienen von seinen Werken sechs Streichquartette, zwei Violinconcerte, ein Concertante für zwei Violinen, 12 Lieder mit Clavierbegleitung und Duette für Violine und Violoncello, die sämmtlich ein hervorragendes Talent verrathen.
—Quelle: Musikalisches Conversations-Lexikon, Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften Für Gebildete aller Stände, bearbeitet und herausgegeben von Hermann Mendel. Berlin (1875)
Hörbeispiel — Heinrich Anton Hoffmann
Allegro con brio aus Deux Duos pour Violon et Violoncelle
dédiés à Messieurs les Frères Romberg op. 6



