Monatsaarchiv für Juni 2008

Historische Perspektiven: Heinrich Anton Hoffmann

Heinrich Anton Hoffmann, deutscher Violin­virtuose und Dirigent, geboren am 24. Juni 1770 zu Mainz, studirte auf der Uni­versi­tät daselbst die Rechte und Philosophie. Beim Aus­bruch des Revo­lutions­kriegs starb sein Vater, und er sah sich in schwerer Zeit auf die eigene Erwerbs­thätig­keit ange­wiesen. Er wählte, da er fertiger Violinist war, die Musik als Lebens­beruf, wurde kurfürstl. Kammer­musiker und blieb es bis zur Bela­gerung von Mainz, die ihn zur Aus­wan­derung trieb, worauf er nach Aschaf­fenburg ging und von dort aus 1799 eine Violi­nisten­stelle am Stadt­theater in Frankfurt a. M. annahm. Im Jahre 1801 wurde er daselbst Cor­repetitor, später Concert­meister, 1817 Vice-­Musik­direktor und 1819 wirk­licher Musik­direktor und Mit­direktor des Theaters. Als Guhr 1821 zum Kapell­meister berufen wurde, blieb H. Vice-­Musik­direktor und erster Violinist. Er liess sich 1835 pensioniren und lebte bis zu seinem Ende, am 19. Januar 1842, der Com­position. Im Druck erschienen von seinen Werken sechs Streich­quartette, zwei Violin­concerte, ein Concertante für zwei Violinen, 12 Lieder mit Clavier­begleitung und Duette für Violine und Violon­cello, die sämmtlich ein her­vor­ragendes Talent verrathen.

—Quelle: Musikalisches Conversations-Lexikon, Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften Für Gebildete aller Stände, bearbeitet und herausgegeben von Hermann Mendel. Berlin (1875)

Hörbeispiel — Heinrich Anton Hoffmann

Allegro con brio aus Deux Duos pour Violon et Violoncelle
dédiés à Messieurs les Frères Romberg op. 6

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