Monatsaarchiv für Februar 2008

Historische Perspektiven: Hermann Zilcher

Zilcher, Hermann, deutscher Komponist, geboren am 18. August 1881 zu Frank­furt am Main, Sohn des Komponisten Paul Zilcher, Schüler seines Vaters (Klavier) und des Hoch’schen Konservatoriums (Kwast, Scholz, Knorr), erhielt 1901 den Mozartpreis für Kom­position und ging im Herbst dieses Jahres nach Berlin, von wo aus er ver­schiedene Konzert­reisen nach Spanien, Skandinavien und so fort mit Petschnikoff, von Vecsey und anderen unter­nahm und seinen Namen als Klavier­spieler begründete. Im Juli 1905 kam er als Lehrer an das Hoch’sche Konserva­torium, im Herbst 1908 an die Akademie der Ton­kunst nach München, wo er als Professor (erst für Klavier­spiel, dann für Kom­position) wirkte; seit 1920 ist er Direktor des Kon­serva­toriums in Würzburg. Er ist einer der her­vor­ra­gendsten deutschen Kom­ponisten, halb Brahmsi­scher Nach­folge, halb neu­roman­tischer und klang-impressio­nistischer Richtung.

—Quelle: Das Neue Musiklexikon, nach dem Dictionary of Modern Music and Musicians, heraus­gegeben von A. Eaglefield-Hull, übersetzt und bearbeitet von Alfred Einstein. Max Hesse’s Verlag, Berlin W 15. (1926)

Heinrich Anton Hoffmann (1770-1842)

Heinrich Anton Hoffmann wurde 1770 in Mainz geboren. Spätestens um 1790 trat er in die Hofkapelle des Mainzer Kurfürsten unter der Leitung von Righini ein, zunächst als Volontärgeiger und ab 1791 als ordentlicher Hofmusiker. Nach der Eroberung von Mainz 1792 wurde der gesamte Hofstaat nach Aschaffenburg verlegt. 1799 verließ Hoffmann die Kurfürstliche Kapelle und schloß sich dem Frankfurter Theaterorchester an. Gleichzeitig trat er in dieser Zeit regelmäßig als Solist auf und hatte offenbar soviel Erfolg, daß sein Verleger André im Juni 1806 an Hoffmann schrieb, er wolle anstelle des vereinbarten Duetts und zweier Sinfonien lieber seine neuesten Violinkonzerte verlegen. 1811 wurde Hoffmann schließlich Konzertmeister des Frankfurter Orchesters. Von 1817 bis 1835 hatte er das Amt des Vizekapellmeisters inne; von 1819 bis 1821 war er außerdem Musikdirektor des städtischen Theaters.

Hoffmanns veröffentlichtes kompositorisches Werk umfasst neben politisch motivierter Vokalmusik (Lobgesang an die Retter Deutschlands, Kantate für gemischten Chor und Orchester, Sechs Gesänge für Freimaurer), Werke für Klavier, sechs Streichquartette und zwei Violinkonzerte. Gegen den Wunsch seines Verlegers veröffentlichte Hoffmann keine Sinfonien oder weitere Konzerte, sondern stellte mit neun Duetten die Werke für Violine und Violoncello in den Mittelpunkt seiner Kompositionstätigkeit. Die außerordentliche Qualität der Werke Hoffmanns verhinderte nicht, daß sie fast vollständig in Vergessenheit gerieten.

Hörbeispiel — Heinrich Anton Hoffmann

Allegro con brio aus Deux Duos pour Violon et Violoncelle
dédiés à Messieurs les Frères Romberg op. 6

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